Den Deportierten wieder ein Gesicht geben: Die Familie Gollowitsch

Froim, der Junge aus dem Warschauer Ghetto kommt zu Wort

70. Jahrestag der Deportation 2012

Knapp sieben Monate nach der Deportation des Ehepaars Fritz und Lilly Gollowitsch am 28. November 1941, sollten am 10. Juli 1942 auch Heiner Gollowitsch mit Frau Alice und der sechzehnjährigen Tochter Lilo deportiert werden. Heiner Gollowitsch versuchte sich vorher in Leutkirch das Leben zu nehmen, überlebte verletzt. Er kam schließlich am 14. Juli 1942 nach Stuttgart ins Polizeigefängnis II. Der Transport vom Sammellager Stuttgart nach Auschwitz war am Tag vorher mit seiner Frau Alice und seiner Tochter Lilo von Stuttgart abgegangen. Heinrich Gollowitsch wurde am 15. Juli 1942 um 6.00 Uhr im Polizeigefängnis Stuttgart „tot aufgefunden“. Todesursache war laut Totenschein Selbstmord. Andere Indizien lassen jedoch eine Tötung vermuten.
Von den aus Leutkirch Deportierten hat niemand überlebt.

Zum Jahrestag, am 10. Juli 2012 wurde in einer bewegenden Veranstaltung am ehemaligen Haus der Familie Gollowitsch in der Karlstraße 12 der Deportation gedacht. Anschließend gingen die Teilnehmer der Veranstaltung – wie die Familie Gollowitsch vor 70 Jahren – den Weg zum Bahnhof. Im Dachsaal des Bahnhofs stellte Birgit Kipfer, SPD-Politikerin und Mitvorsitzende des Sprechergremiums der Regionalgruppe „Gegen Vergessen – für Demokratie“ Baden Württemberg in einer bebilderten Lesung das Kinderbuch „Froim – der Junge aus dem Warschauer Ghetto“ von David A. Adler vor. 1,5 Millionen jüdische Kinder fielen dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer. Das Überleben war die Ausnahme. Daran möchte dieses Kinderbuch erinnern.

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