Kreisler Trio

Von Mikrofonen eingerahmt, bereiten sich die Musiker auf den Einsatz vor. (Foto: Wolfgang Roth)

Johannes-Kreisler-Trio: Die Leutkircher Festhalle wird zum Aufnahmestudio

Hohe Konzentration und große Spielfreude prägen den Auftritt des Johannes-Kreisler-Trios am Sonntag, 26. Januar 2014.
Das Johannes-Kreisler-Trio mit Holger Speck, Klavier, Christoph Schickedanz, Violine, und Matthias Beyer-Karlshoj, Cello, hat im Rahmen der Leutkircher Klassik ein beeindruckendes Konzert gegeben. Es wurde live mitgeschnitten, worin sich auch die Wertschätzung für den Aufführungsort zeigt: Zu einem herausragender Konzertflügel gesellt sich eine extrem geeignete Akustik für Kammermusik.

Dimitri Schostakowitschs Trio op. 8 entstand während seines Studiums am Konservatorium in Petrograd. Ein zu Beginn intoniertes Dreitonmotiv kehrt in ständig wechselnden Varianten wieder. Im Verlauf des Stücks baut sich eine aufwühlende Tonmalerei auf, die gekennzeichnet ist von der Fülle der Einfälle. Mal ertönt sie lyrisch, dann wieder in eine pathetische Form gekleidet.
Die drei Musiker trugen das Ihre dazu bei, dass dieses Wechselbad der Gefühle des gerade mal 17-jährigen Komponisten einen unbändigen Reiz versprühte.

Am Anfang stand Ludwig van Beethovens Trio G-Dur op.1, Nr. 2, komponiert in den 90er-Jahren des 18. Jahrhunderts, auf dem Programm. Die Beethoven-Trios gelten als Vorstufe zu den Streichquartetten, da sich der Komponist danach nie mehr dieser Gattung widmete. Das renommierte Kammermusik-Ensemble konnte in den Belangen der Akzentuierung Maßstäbe setzen. Immer wieder suchten die Agierenden den Augenkontakt zueinander, um beinahe im gleichen Atemzug ihre Harmonie zu zelebrieren, Dramatik war enthalten, die Musik strotzte vor Kraft.

Im Trio B-Dur, op.99 D 898 von Franz Schubert (1797 bis 1828) stößt man auf eine weiche, fließende Melodik, die sich immer mehr entfaltet. Dem Johannes-Kreisler-Trio gelang das Ausloten dieses besonderen kammermusikalischen Tones. Im ersten Satz hat das Klavier melodisch Bedeutsames zu sagen, bleibt allerdings hintergründig. Im zweiten Satz mit den sanft verwobenen Stimmen der beiden Streicher werden selbst lange Töne zu neuem Leben erweckt. Dem musikantisch gehaltenen Scherzo schließt sich im Schlusssatz ein ausgedehntes Rondo an, das tänzerisch zu verstehen ist. Liedhaft klingt das Werk aus.

Die Musiker sind in Leutkirch gern gesehen. Mit einem „Andante“ von Clara Schumann klang dieses Konzert aus. Überborstende Musizierfreude, virtuose Geläufigkeit und emotionale Aussagekraft, die auf eindrucksvolle Weise kammermusikalisch geboten wurden, werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Erschienen: Schwäbische Zeitung 27.01.2014, Autor: Wolfgang Roth

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